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Nachruf auf Rita Süssmuth

Mit großer Dankbarkeit und tiefem Respekt nehmen wir Abschied von Rita Süssmuth. Sie war eine Politikerin mit Haltung, mit Herz – und mit einem außergewöhnlichen Mut zur Menschlichkeit in Zeiten, in denen genau das nicht selbstverständlich war.

Rita Süssmuth vor neutralem Hintergrund. Sie schaut freundlich in die Kamera, trägt ein gemustertes Jackett. Das Bild ist oben rechts mit einer schwarzen Binde als Zeichen der Trauer versehen.

Quelle: Stella von Saldern unter CC-BY-SA-4.0

Als Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit sowie später als Präsidentin des Deutschen Bundestages hat Rita Süssmuth früh Verantwortung übernommen für Menschen, die am Rand standen. Besonders in den 1980er- und 1990er-Jahren, als Angst, Vorurteile und Ausgrenzung den gesellschaftlichen Umgang mit HIV/AIDS und mit schwulen Männern bestimmten, entschied sie sich bewusst gegen Stigmatisierung – und für Aufklärung, Solidarität und Würde.

Während viele schwiegen oder ausgrenzten, sprach sie von Respekt.
Während andere auf Verbote setzten, setzte sie auf Menschlichkeit.

Sie verteidigte die Rechte von Schwulen und queeren Menschen zu einer Zeit, in der dies politisch unbequem war. Ihre klare Haltung gegen Diskriminierung und ihre Überzeugung, dass staatliche Verantwortung immer auch Schutz von Minderheiten bedeutet, machten sie zu einer wichtigen Verbündeten der Community.

Für viele queere Menschen war Rita Süssmuth nicht nur eine Ministerin oder Parlamentspräsidentin.
Sie war eine Stimme der Vernunft.
Eine Fürsprecherin.
Eine Brückenbauerin.

Ihr Engagement hat den Weg bereitet für mehr Sichtbarkeit, mehr Rechte und mehr gesellschaftliche Akzeptanz – auch für uns als Verein QueerBw und für queere Menschen in der Bundeswehr. Denn Vielfalt, Respekt und Menschenwürde sind keine Randthemen. Sie sind Grundpfeiler unserer Demokratie.

Rita Süssmuth hat uns gezeigt, dass politische Führung auch bedeutet, Haltung zu zeigen – besonders dann, wenn es Gegenwind gibt.

Wir verlieren eine große Demokratin und eine verlässliche Verbündete der queeren Community.

Ihr Vermächtnis bleibt.

Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen Wegbegleiter:innen.

Der Vorstand